Recht haben, Recht bekommen

20.06.2006, 15:13 von jovelstefan

Langsam wird es wirklich lächerlich. Ich habe ausdrücklich Verständnis dafür, dass sich die Medienindustrie seine Rechte sichern möchte. Natürlich ist es völlig klar, dass die üblichen Tauschbörsen kein rechtsfreier Raum sind, in dem geschützte Inhalte nicht mehr schützenswert sind. Na klar, über das wie kann man sich trefflich streiten, aber das wurde ja auch schon zur Genüge getan.

Aber mal wieder wird jetzt über das Ziel hinausgeschossen. Auch wenn es in diesem Fall nicht die Musikindustrie selbst war, ich weiß. Aber der Missstand in diesem Bereich wird einfach durch solche Fälle mehr als deutlich. Wenn sich die beteiligten Parteien, also Gesetzgeber, Künstler, Rechteverwerter (und vielleicht sollten ja sogar die Konsumenten beteiligt werden) nicht mittelfristig eine praktikable Lösung hierfür ausdenken, wird es noch haarig, und zwar für alle: der Gesetzgeber wird durch die Kollegen der Jurisdiktion ordentlich Ärger bekommen, weil diese mit noch mehr schwachsinnigen Verfahren belastet werden, die Rechteverwerter merken ja jetzt schon, was passiert, wenn man sich die eigenen Geldlieferanten vergrätzt, die Konsumenten bekommen noch mehr Kommerzmüll vorgesetzt und die Künstler (ich meine jetzt die, die wirklich Musik machen) sind ja jetzt schon größtenteils Opfer des Systems.

Bevor ich mich aber selbst weiter zu dem Thema auslasse, verweise ich auf Johnnys offenen Brief bei Spreeblick, der mir – und sehr vielen anderen – aus dem Herzen spricht und eigentlich alles zu dem Thema sagt, was zu dem Thema gesagt werden muss.



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