jovelstefan vs. Wii: Der zweite Eindruck

06.12.2006, 19:32 von jovelstefan

So, nach zwei Wochen Wii-Testing ist es Zeit für einen weiteren Bericht. Der erste Eindruck täuscht ja manchmal. Außerdem wollte ich nochmal auf die Spiele des „Wii Play“-Pakets kurz eingehen. Wii Screen 2Mein absolutes Favoritenspiel ist bisher Tennis, da ich inzwischen auf einem Level angekommen bin („Pro“ mit >1500 Punkten!), bei dem die Computer-Gegner auch sehr stark sind. Den ersten Eindruck muss ich da auch revidieren: Dass man nur Doppel spielen kann, ist kein Bug, sondern ein Feature. Auf höherem Level ergeben sich wahnsinnig schnelle und lange Ballwechsel durch die Doppel-typischen Netzduelle. Wirklich klasse.

Was ich nach den zwei Wochen auf jeden Fall sagen kann: Man sollte immer mit mehreren spielen. Alleine ist es zwar auch nicht schlecht, aber die meisten Spiele rocken erst so richtig, wenn man einen echten Gegner hat, der neben einem rumhampelt. Das gilt besonders für die „Wii Play“-Spiele, die ich ja in meinem ersten Bericht noch ein wenig abgetan habe, aber zu zweit sind da doch ein, zwei nette Pausenfüller dabei. Als da wären:

Wii Screen 1

  • Schützenfest: Moorhuhn-ähnlich. Verschiedene Objekt tauchen auf und man muss möglichst viele abknallen. Zu zweit ein großer Spaß.
  • Mii-Gewimmel: Wiedererkennungsspiel, bei dem man in einem Haufen von Miis in verschiedenen Situationen (Schwimmen, Laufen, Rolltreppe…) z.B. Zwillinge oder sich selbst finden muss. Naja, auf Dauer dann doch eher langweilig.
  • Tischtennis: Schwache Umsetzung. Die Schläger fliegen in der Luft und man muss nicht mit der Wiimote richtig schlagen, sondern den „Mauszeiger“ in die richtige Richtung bewegen. Ist eher ein modernes Pong.
  • Mii-Posenspiel: Es fallen Seifenblasen vom Bildschirm, in denen „Mii-Formen“ in einer bestimmten Pose und in einer bestimmten Drehung abgebildet sind. Das eigene Mii muss man nun in diese Formen füllen und die Blasen so zum Platzen bringen. Ganz witzig.
  • Laser-Hockey: Klasse Spiel, bei dem man den Gegner mal so richtig ärgern kann. Erfordert mehr Feingefühl, als man erwarten würde!
  • Billard: Ganz OK, aber ein bisschen zu leicht.
  • Angeln: Langweilig. Wie Angeln eben ist.
  • Wilde Kuh: Klasse! Ein Rennspiel, bei dem man auf einer Kuh reitend möglichst viele Vogelscheuchen auf einem Kurs mit diversen Hindernissen über den Haufen rennen muss. Und nebenbei den Gegner wegrammen…
  • Panzerkiste: Das einzige „Wii Play“-Spiel, bei dem man den Nunchuk benutzt. Mit dem Analogstick steuert man seinen Panzer, mit der Wiimote zielt man, mit den Knöpfen feuert man oder legt Minen. Ziel ist es, die anderen Panzer auszuschalten. Einfach gehaltenes Spiel, aber mit extremem Suchtpotenzial, alleine wie zu zweit!

Zur Zelda Demo ist eigentlich nur zu sagen, dass ich sehnsüchtig die Vollversion erwarte. Typische Zelda-Grafik und eine geniale Steuerung, die die Möglichkeiten der bewegungssensitiven Controller vol ausnutzt. Die Vibration der Wiimote (z.B. beim Schwertkampf ist genial und besonders klasse: In der Wiimote ist ja auch ein Lautsprecher eingebaut, der perfekt ausgenutzt wird. Beispiel: Beim Schießen mit dem Bogen hört man das Fletschen der Sehne an der Remote, das Zischen des Pfeils bewegt sich von der Wiimote zum Screen und der Einschlag des Pfeils kommt aus dem Fernseher. Das ergibt realistischen „3D-Sound“!

Weitere Pluspunkte, die ich der Konsole gutschreibe:

  • Das eigene Mii kann man in der Wiimote speichern. So kann ich meinen Charakter auf andere Konsolen mitnehmen.
  • Die Erstellung eigener Miis macht richtig Spaß und man versucht, ein möglichst originalgetreues Abbild von sich zu schaffen (was bei Tim doch ganz gut gelungen ist, oder?).

Wii Screen 3
Es gibt allerdings auch den ein oder anderen Minuspunkt:

  • beim Boxen stoßen die Controller dann doch an ihre Grenzen. Wenn man zu schnell schlägt und fightet, kommt die Konsole nicht mehr bei jedem Schlag mit.
  • Das Verbindungskabel zwischen Wiimote und Nunchuk ist ein bißchen zu kurz geraten (wahrscheinlich reicht es für die Japaner aus…). Beim Boxen habe ich manchmal Angst, das Kabel abzureißen, wenn ich einen Schlag zu weit durchziehe. Ich hoffe, das Kabel hält einiges aus.
  • Das Anmelden der Wiimotes an der Wii dauert teilweise ewig (20-30 Sekunden).
  • Der Plastik-Standfuß der Sensorleiste wirkt ein wenig „kaputtbar“. Man kann den Fuß aber auch einfach weglassen, funktioniert genausogut.

Und noch ein Wort zur Internetfähigkeit der Wii. Die WLAN-Verbindung einzurichten, ist kein Problem und die Verbindung scheint auch hergestellt zu werden. Allerdings sind die Online-Channels nicht nutzbar. Möglicherweise ist die Seite noch nicht freigeschaltet? Da bin ich mal auf Freitag gespannt, wenn die Konsole in den deutschen Markt kommt, möglicherweise wird dann ja der Zugang freigeschaltet oder ein Update für die Konsole zur Verfügung gestellt. Auch das „WiiConnect24“-Menü ist bisher ausgegraut.

Also, das zweite Fazit zur Wii: Scheiße, ist das eine geile Box! Einfach nur Wahnsinn! Und es ist wirklich interessant zu sehen, wie viele Freunde man plötzlich mit einer Wii im Haus hat…

Update, 22.21 Uhr: Fast vergessen, ich habe noch ein paar Wii.iP-Cards für die Wii Crib in Hamburg. Falls jemand noch Bedarf hat, Mail an jovelstefan [at] gmx [dot] de…



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