100000000€ – StudiVZ verkauft

03.01.2007, 16:57 von jovelstefan

Es war also doch nicht Facebook. StudiVZ wurde gestern von der Holtzbrinck-Gruppe (Die Zeit, Handelsblatt) für spekulative einhundert Millionen Euro übernommen. Auf 20 mehr oder weniger kommt es nicht an, die Größenordnung dürfte hinhauen.

Nach den Tumulten im November war es die letzten Wochen ruhig geworden um StudiVZ. Anscheinend gerade rechtzeitig waren dort doch noch einige Menschen lernfähig und es wurde wohl einiges getan, um den drohenden Niedergang zu verhindern. Das scheint gelungen und zahlt sich jetzt in harten Euro aus. Bricht man den Kaufbetrag herunter, wurden pro Nutzer etwa 100 Euro bezahlt – denn ausschließlich die Nutzer machen den Wert eines sozialen Netzwerks aus. Jetzt muss Holtzbrinck die Kohle natürlich wieder reinholen, das nächste Feature bei StudiVZ wird dann wohl nutzerspezifische Werbung sein. Ein anderes Geschäftsmodell fällt mir nicht ein, denn es wird wohl kaum ein Nutzer der Plattform für die Dienste zahlen wollen.

DonAlphonso, der Anführer der StudiVZ-Gegenbewegung spricht bei Robert von 80-100 Millionen, die seine Enthüllungen den Preis gedrückt haben sollen. Glauben kann ich das nicht. Internetnutzer vergessen gaaanz schnell und die große Abmeldewelle ist wohl auch nicht eingetreten, da die überwiegend tumbe Studentenschaft entweder nichts mitbekommen hat oder das Thema Datenschutz ihr am A**** vorbeigeht. Hauptsache, die geliebte Spiel- und Trollwiese funktioniert.

Die Gründer kann man nur beglückwünschen und beneiden. Sie hatten klauten die richtige Idee zum richtigen Zeitpunkt und machten mit ihren Campus Captains und dem Gruscheln auch einiges richtig. Aber ordentlich Massel hatten sie auch und jetzt haben sie wohl erstmal ausgesorgt. Falls sie noch einmal Ähnliches angehen sollten, überlegen sie hoffentlich zweimal überhaupt mal.

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