Lokalberichterstattung aus Münster? Nö.

25.01.2007, 19:28 von jovelstefan

Münster, die lebenswerteste Stadt der Welt und meine stolze Heimat, konnte bisher nicht durch atemberaubend herausstechenden Lokaljournalismus punkten. Ich konnte mich bisher selten entscheiden, welchen Lokalteil ich weniger lesen wollte, den der Westfälischen Nachrichten oder den der Münsterschen Zeitung. Außen drumrum gibt es in beiden Zeitungen eigentlich ja eh die gleichlautenden dpa-Meldungen, nur halt unter anderen Überschriften.

Am Ende hatte ich mich dann für die WN entschieden, vor allem, weil im Gegensatz zur MZ im Sportteil nicht immer eine ganze Seite über Schalke und den BVB berichtet wurde, selbst wenn die gerade Urlaub hatten (die MZ ist eine Tochter der Ruhrnachrichten…).

Trotzdem geht es mir nahe, dass der Verleger eben dieser MZ jetzt für einen Eklat gesorgt hat: Ende letzter Woche wurde die komplette Lokalredaktion rausgeschmissen gefeuert entlassen in die Wüste geschickt freigestellt. Und das auf eine so dreiste und unverfrorene Art, wie man sie bisher selten erlebt hat. Erst wurden die 18 MitarbeiterInnen im November in das Druckhaus verfrachtet (Codename Alcatraz) und durften dort teilweise in Umkleidekabinen ihrer Arbeit nachgehen, dann am Freitag die überraschenden Freistellungen (Spiegel Online berichtet ausführlich). Üble Sache für die Mitarbeiter. Tut mir leid für die. Allerdings muss ich auch sagen: Das Blatt war eh nichts, hätten sie es dann wenigstens gleich ganz dicht gemacht. Ich gebe der neuen Redaktion 6 Monate. Dann bleibt die WN übrig in Old Münster.

via Indiskretion Ehrensache (wer sich wundern sollte, dass er sich drüber erregt: Handelsblatt-Journalist Thomas Knüwer hat in Münster studiert und ist – glaube ich – sogar Preußen-Sympathisant)



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