Wie nötig haben es Verlage?

10.02.2007, 15:11 von jovelstefan

Wie weit gehen Verlage, um neue Abonnenten zu „gewinnen“? Hier ein aktuelles Beispiel. Folgende Rundmail ging an den Verteiler meines Münsteraner Sportvereins Wacker Mecklenbeck:

Liebe Wackeraner,

am Montag, 5. Februar 2007 klingelten Zeitschriften-Abonnementverkäufer an Mecklenbecks Haustüren und warben mit dem Hinweis für den Abschluss von Abonnements, sie sammelten für Trikots für Wackers Fußballjugend. Dahinter steht eine Agentur, deren Verkaufsziel mit dem nicht unbedingt unseriösen Ansatz argumentativ unterstützt wird, dass Wacker für jedes Abo einen Punkt bekommt und bei Erreichen einer Punktzahl X Preise in Aussicht stehen, darunter Trikots oder Bälle – durchaus Markenware. Nach eigener Aussage funktioniert das Verfahren in verschiedenen Gemeinden sehr gut, die Abschließenden würden nach Unterschrift telefonisch und schriftlich kontaktiert und die Abos liefen nach 2 Jahren automatisch aus. So wäre es in der Theorie gewesen, so läuft die Aktion parallel in Albachten und angeblich auch anderswo – in Mecklenbeck jedenfalls ohne die Autorisierung durch Vereins- oder Abteilungsvorstand. Der Grund:

Leider klafften, so eine nicht unerhebliche Zahl von Nachfragen in der Wackler-Geschäftsstelle, zwischen Theorie und Praxis – insbesondere im Bereich Rote Erde / Dill – erhebliche Lücken. Uns wurde zugetragen, dass die Argumentationskette der Werbenden durchaus von hinten aufgezäumt wird. Statt beim Vertrieb von Magazinen auf den Zusatzeffekt pro Verein hinzuweisen geht es eher anders herum: Mit dem Hinweis „Wir sammeln für die Wackerjugend“ werden Abos auf Basis Tränendrüse angeboten. Auch das wäre inakzeptabel.

So oder so: Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass diese Aktion weder in Theorie noch Praxis mit dem Verein DJK Wacker Mecklenbeck oder seiner FB-Abteilung autorisiert abgestimmt ist und die Personen nicht im Auftrag des Vereins handeln. Das betreffende Unternehmen hat diese Aktion in Mecklenbeck umgehend abgebrochen. Diejenigen, die bereits unterschrieben hatten, weisen wir darauf hin, dass Haustürgeschäfte bis 10 Tage nach Unterschrift widerrufbar sind. Bitte tragt dies auch in die Mitgliedschaft.

Bei Fragen wenden Sie sich an die Wacker-Geschäftsstelle: Tel.: [xxx].
Wir entschuldigen uns für die entstandene Verwirrung und danken den Freunden und Mitgliedern, die uns auf diese Aktion aufmerksam gemacht haben.

Einen entsprechenden Hinweis haben wir auf www.wacker-djk.de platziert.

Mit freundlichen Grüßen

DJK Wacker Mecklenbeck 1956 e.V.

Sind die Verlage inzwischen so verzweifelt, dass sie solche Methoden benötigen? Oder war das nur ein (vielleicht schweigend geduldeter) Alleingang der betreffenden Agentur, um die Provisionen einzustreichen? Habt ihr schon einmal ähnliche Fälle erlebt? Ich habe die Geschichte nicht aus der Nähe erlebt, sondern nur durch die E-Mail davon erfahren, aber mich würde interessieren, ob ein solches Vorgehen inzwischen zum Standard gehört.



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