Second Life: laaangweiliiig!

13.03.2007, 15:10 von jovelstefan

Second Life. Alle lieben es: Presse, Marketings, Residents. Denkt man, wenn man sich so anschaut, wie toll so viele das zweite Leben finden und wie viele interessante Menschen aus aller Welt sich da tummeln. Ich find Second Life hingegen einfach nur öde, öde, öde.

Wahrscheinlich ist Second Life der größte Hype seit Bubble1.0. Linden feiert nach eigenen Angaben unglaubliche Zuwachszahlen bei den Nutzern, alle finden es total cool, dass man da ja so einfach Geld verdienen kann, die Marketingabteilungen der größeren Unternehmen kriegen Gänsehaut ob der fantastischen Möglichkeiten, die Second Life bietet.

Warum finde ich Second Life also öde? Weil Second Life eine Welt ist, die in der Realität nie jemand betreten würde. Zugepappt mit Werbung, überall hängen nervende Plakate, überall soll man irgendeinen Scheiß kaufen und alles ist voll mit Sex, Porno, Ficken, Penissen. In den letzten 7 Tagen haben sich gut 400.000 Nutzer eingeloggt. Ein Witz gegen die anderen großen sozialen Netzwerke, sogar gegen die im Vergleich zu den amerikanischen Monsternetzwerken kleinen deutschen wie Xing und StudiVZ. Und die Zahl sagt ja auch nichts darüber aus, wieviele Nutzer wiederkommen und das dann noch regelmäßig.

Die Technik ist dazu irgendwie unausgereift, regelmäßige Abstürze, extrem nervig ruckelige und unästhetische Grafik, lange Ladezeiten, Login-Fehler. Man weiß nicht wirklich, womit man sich beschäftigen soll, latscht durch die Gegend und ist genervt von dem ganzen Sex-Werbungs-Kram. Spaß? Hatte ich in Second Life bis jetzt noch nie. Womit denn? Wahrscheinlich muss man wirklich auf virtuelles Gevögel stehen, dann geht SL so richtig ab, cooles Zeug. Die Dependancen der Großunternehmen stehen leer, wer geht auch schon freiwillig in eine Werbewelt?

Und ich prophezeihe: Es wird alles noch schlimmer! Angetrieben durch den bubbleartigen Hype werden immer mehr Firmen eingetrichtert bekommen, dass sie ihr Marketing auch in Second Life platzieren wollen müssen. Öffentliche Gelder werden auch schon dafür rausgeschmissen. Die PR-Firmen werden vielleicht nen Haufen Kohle verdienen. Und die Nutzer werden immer genervter sein und schließlich wegbleiben. Und sich wieder reale Kontakte suchen, in den sozialen Netzwerken des „echten“ Web2.0 oder sogar im echten Leben. Hoffentlich bald.

P.S. Um das „alle“ aus dem ersten zu relativieren: Es gibt inzwischen, vor allem in Blogs, aber auch in den Medien glücklicherweise einige kritische Stimmen.



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