Hilfe für Südafrika: LekaGape

14.03.2007, 14:17 von jovelstefan

Ich nutze mal die aktuelle Diskussion um das Trigami-Blog-Marketing von verschiedenen schweizer Blogs über die zumindest diskussionswürdige Hilfsorganisation JAM, um eine andere Organisation vorzustellen, was ich schon längst gemacht haben wollte. Ja, das ist Werbung, nein, ich werde nicht dafür bezahlt.

Es geht um LekaGape, eine deutsche NGO, die in Lulekani (Südafrika), einem ehemaligen Township bei Phalaborwa an der Grenze des Krüger-Nationalparks (siehe Google Maps), soziale Hilfsprojekte organisiert und finanziert. In einer Gegend mit selbst für Südafrika extrem hoher Arbeitslosigkeit, viel brutaler Gewalt und einer offiziellen HIV-Rate von über 60%, engagiert sich LekaGape durch verschiedene Projekte, und versucht den Schwachen unter den Schwachen zu helfen.

Ich bin selbst einige Tage vor Ort gewesen, habe ein Bild von der Situation der Menschen dort bekommen und die Arbeit von LekaGape kennengelernt (ich werde heute Abend noch ein paar selbst geschossene Fotos aus Lelukani nachreichen). Meine Mitbewohnerin war knapp 3 Monate als Praktikantin in Südafrika für die Organisation im Einsatz und hat in dieser Zeit natürlich noch einiges mehr miterlebt. LekaGape macht eine tolle Arbeit, auch wenn es schwer ist, jeden Tag wieder kleine Tropfen auf den Stein namens Elend fallen zu lassen, der sich nur so langsam höhlen lassen will. Belohnt wird man aber durch das Lachen der Kinder, die Anerkennung und Dankbarkeit der Menschen und die kleinen, aber täglichen Erfolgsgeschichten und Lichtblicke.

LekaGape arbeitet (zumindest noch bis jetzt) unabhängig von staatlichen Institutionen, versucht aber seit einiger Zeit, auch öffentliche Fördergelder von der südafrikanischen Regierung oder aus internationalen Hilfsfonds zu erhalten. Bis dato erfolgt die Finanzierung ausschließlich durch Spenden und Spendenaktionen (z.B. Flohmärkte) und durch Projekte, durch die vor Ort ein wenig Geld eingenommen wird (z.B. die Bäckerei).

Was macht LekaGape konkret für Projekte? Straßenkinder und vernachlässigte Kinder, die nicht in die Schule gehen, bekommen in der Suppenküche täglich eine warme Mahlzeit, allerdings unter der Bedingung, dass sie auch regelmäßig in die Schule gehen. Das Frauen- und Kinderhaus bietet einen Zufluchtsort für Frauen und Kinder, die verwaist sind, missbraucht werden oder wurden, auf der Straße leben etc. Die Frauen und Kinder sind hier sicher vor den teilweise brutalen Übergriffen ihrer Männer, Väter, Familien, Fremder…

Eine angeschlossene Bäckerei schafft Arbeitsplätze und Nahrung gleichzeitig. Das Büro von LekaGape unterstützt auch Arbeitslose (von denen es mehr als genug gibt) bei ihren Bewerbungen. Es stehen auch Kopierer und ein Faxgerät bereit, eine Seltenheit in dieser Region. Durch verschiedene Aktionen sollen verbreitete Irrglauben zerstört und Aufklärung betrieben werden (sehr weit verbreitet ist z.B. der Glaube, dass Sex mit einer Jungfrau Aids heilt, so dass viele junge Frauen und Kinder von HIV-infizierten Männern vergewaltigt werden).

Dazu kommen viele weitere kleine Projekte, schaut am Besten auch mal auf der Website nach…

LekaGape hat nur wenige hauptamtliche Helfer, der Großteil der Mitarbeiter vor Ort sind Studenten, die unbezahlte Praktika in Südafrika absolvieren. LekaGape ist eine sehr kleine Organisation, hinter LekaGape steht somit kein Verwaltungsapparat, so dass eine Spende zu fast 100% auch wirklich vor Ort für die Projekte eingesetzt wird. Wer mehr über LekaGape wissen möchte, kann (neben den Infos von der Webseite, z.B. ein Flyer) auch Kontakt per Post, Mail, ICQ mit der Initiative Südafrika e.V. aufnehmen, die LekaGape von Deutschland aus unterstützt und über die die Spenden und/oder Patenschaften abgewickelt werden können. Oder einfach hier Fragen fragen…



1 Kommentar

  1. clemens | 30.12.2007 21:14

    Hallo,

    ich interessiere mich sehr für diese Organisation und die Arbeit dort, wäre es möglich Kontakt zu deiner Freundin Sarah deswegen aufzunehmen (E-Mail oder hat sie auch ein Blog?) damit ich mich bei ihr genauer informieren kann? Speziell würde mich momentan ihr Eindruck über die Arbeit und Organisation dort interessieren (bei 3 Monaten kann man sich ja sicher schon ein einigermaßen umfangreiches Bild machen) und wie dort die Kommunikation abläuft (Englisch?).

    Würde mich über eine Antwort freuen, E-Mail Adresse habe ich ja angegeben, vielen Dank!

    Liebe Grüße
    Clemens