It’s all about Verhältnismäßigkeit

07.04.2007, 15:01 von jovelstefan

Eine neue Abmahnungsgeschichte mit einem neuen Gesicht. Bamblogger Jan hat weder Brötchenbilder gezeigt, noch „Jehova“ „Olympia“ gesagt. Dafür hat er aber einen wirtschaftlichen Schaden in Millionenhöhe verursacht. Wie das geht? Das Mitmachnetz macht’s möglich…

Zutaten:

  • Qype, da kann jedermann u.a. Gaststätten, Kneipen etc. beschreiben und bewerten
  • User, der eben dieses macht
  • Unternehmen (1), das in Qype zu finden ist
  • Unternehmen (2), das so ähnlich heißt und so was ähnliches macht wie Unternehmen (1)
  • Anwalt, dem sein Geldbeutel sehr nah ist
  • Kriminelle Energie

Zubereitung:

Man mische die kriminelle Energie mit dem User. Dieser wird daraufhin böse und gehässig und will der Welt nur noch Schaden zufügen. Man halte diesem User nun Qype unter die Nase. Der User nimmt Witterung auf und sucht mit aufgerissenen Augen nach Unternehmen, die ähnlich heißen und was ähnliches machen. Nach wenigen Sekunden wird er in Unternehmen (1) und Unternehmen (2) fündig. Sein Herz beginnt zu rasen, seine kriminelle Energie ergreift von seiner Rationalität Besitz und lässt ihn eine unglaubliche Tat ausführen: ER SCHREIBT DIE TELEFONNUMMER UND INTERNETADRESSE VON UNTERNEHMEN (1) IN DEN QYPE-EINTRAG VON UNTERNEHMEN (2)!!!!11!1einself! Der Schaden für Unternehmen (2) beträgt mehrere Milliarden.

Verzehr:

Richten Sie den nun fertig gebackenen Trillionenschaden mit dem Anwalt zusammen auf einem Teller an und servieren Sie die fertige Abmahnung.

[Glosse Ende]

Wie das ganze wirklich abgelaufen ist, könnt ihr beim abgemahnten Jan lesen. Auch wenn der „Tatbestand“ hier ein anderer ist als bei eineigen vorherigen Abmahnungen, letztendlich läuft es doch immer auf eines hinaus: völlige Unverhältnismäßigkeit! Die Kläger denken kurzfristig und freuen sich über einen motivierten Anwalt, der mit Dollarzeichen in den Augen das Vergehen verfolgt. Früher oder später werden die Namen bekannt sein. Dass jemals wieder ein Qype-Nutzer ein Kunde dieses Unternehmens wird ist fraglich, allzu schnell werden wohl die Bewertungen (rechtlich unbedenklich) in den Keller geschrieben. Was mit einer kurzen Mail an Jan oder Qype hätte geregelt werden können, wird nun einen Großbrand auslösen. Auch das ist unverhältnismäßig, aber Mitleid hat da wohl keiner für übrig.



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