Rudolph mit Peehaa

23.06.2007, 00:53 von jovelstefan

Rudolph hasste seinen Namen. Da war zunächst einmal der Name an sich. Rudolph fand, dass Rudolph sich alt anhörte. Rudolph war einfach kein passender Name für einen einssiebenneunzig großen, hundertvier Kilo schweren 21-jährigen mit blonden Locken. Es kam sogar vor, dass sich Leute verarscht fühlten, wenn Rudolph sich vorstellte. Dann war da noch diese nervige Sache mit dem Peehaa. Irgendwie scheinen die Menschen vergessen zu haben, dass es in der deutschen Sprache ein Peehaa gibt, das wie ein Eff gesprochen wird (eigentlich ist das ja auch total unlogisch, der Erfinder des Peehaa dürfte wohl entweder gehörig einen an der Marmel gehabt haben oder ein totaler Legastheniker oder sogar Analphabet gewesen sein). Immer dieser Zusatz „mit Peehaa“. Er brauchte eigentlich gar keinen Nachnamen. „Rudolph mit Peehaa“ würde ja reichen.

Was Rudolph aber am Schlimmsten fand, war die verkürzte Form seines Namens. RUDI! Was soll das? Rudi, so heißen Rennschweine. Oder asoziale Comicfiguren. Oder Fußballnationaltrainer. Oder Leute, die mit Nachnamen Mentär heißen. Oder Erfinder von SiebenTageSiebenKöpfe. Rudolph konnte Rudolph nicht leiden, aber Rudi verachtete, ja hasste er. Und alle nannten ihn Rudi. Äußerlich hatte er sich damit abgefunden, aber jedes Mal, wenn ihn jemand Rudi nannte, explodierte etwas in seinem Kopf. Bumm.

Was für ein Ärger mit diesem Vornamen. Hopfen und Malz verloren. Das Bier ist weg. Da juckte auch der Nachname nicht mehr groß, obwohl sich jemand anderes doch möglicherweise sehr über den Nachnamen mokiert hätte. Das Schicksal meinte es nicht gut mit Rudolph.

Geschichten über Rudolph finden sich ab sofort regelmäßig unregelmäßig hier im jovelblog.



1 Kommentar

  1. bosch | 23.06.2007 13:06

    Ein rotnasiges Rentier?