Nieder mit der Tomatensaftindustrie!!1!

10.12.2007, 16:27 von jovelstefan

Foto von Zesmeralda auf flickrTomaten

Man stelle sich einmal folgende Situation vor: Peter Meter findet das echt nicht so dolle, was die Tomatensaftindustrie da so macht. Unschuldige Supermarktbesitzer werden durch den günstigen Tomatensaft in den Supermarktregalen und wegen der aggresiven Tomatensaftwerbung in den Medien dazu gebracht, viel zu viel Tomatensaft zu kaufen. Konsumenten sind nun mal nicht immer ganz helle und kaufen das Zeug auch wie blöde. Aber das kann ja nicht richtig sein. Peter Meter will etwas dagegen tun und meldet eine Demonstration an, um in der Öffentlichkeit zum Ausdruck zu bringen, dass er mit den Methoden der Tomatensaftindustrie echt nicht einverstanden ist.

Hunderte andere kommen zu der Kundgebung und stimmen Peter Meter zu. Unter anderem auch Hans Franz (Name erfunden), dem aber ein Fauxpas unterläuft. Er brüllt aus der Menge einen Satz in die Welt, der rechtlich unumstrittenerweise nicht ganz unbedenklich ist: „Die Tomatensaftindustrie ist total doof!“. Peter Meter erfährt erst ein paar Stunden später, was sich Hans Franz da für ein Verbrechen geleistet hat, er hatte in dem Moment leider nichts davon mitbekommen. Aber er reagiert sofort und löscht diesen Satz von allen von der Demo existierenden Audio- und Videomitschnitten. Hans Franz wurde nie gefunden, da er seinen Ausweis nicht verloren hat.

Die Tomatensaftindustrie ist leider schneller. Für sie ist klar, dass Peter Meter die Verantwortung für diesen Frevel zu tragen hat und zerrt Peter vor Gericht. Peter ist sich sicher: Er hat alles getan, was ihm möglich war, um gegen die Rechtsverletzung auf der von ihm veranstalteten Demonstration vorzugehen. Ihm ist klar, dass das Geschehene hochgradig illegal war, aber er hat sich sofort um die Richtigstellung gekümmert, so gut es ihm möglich war. Der Richter hingegen sieht das völlig anders. Nach seiner Auffassung hätte Peter den Demostranten Knebel verpassen sollen. Wenn sich dann noch jemand zu Wort hätte melden wollen, hätte Peter ihn in einen dunklen Keller mitnehmen müssen, dort die Meinung auf Rechtkonformität überprüfen und dann erst diese Meinung auf der Demonstration verkünden dürfen. Außerdem müsse Peter Meter sicherstellen, dass auf den von ihm organisierten Demos alle Anwesenden zuvor namentlich erfasst werden. Kann ja nicht sein, dass da jeder Hans und Franz einfach vorbeikommt. Anders wäre es natürlich gewesen, wenn es sich um die Schaumstoffmatratzenindustrie gehandelt hätte, denn das Thema hat natürlich viel weniger Brisanz. Und dann kann man sich die Sache mit dem Knebel und den Ausweisen sparen.

Völliger Nonsens? Nein, peinliche Realität. Manchmal frage ich mich, wo ich hier lebe. Ach ja, bitte, bitte, *flehendguck*, schreibt hier nicht in die Kommentare. Besser die Schnauze halten, ja?



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