Sicherheitskontrolle am Flughafen

18.01.2008, 08:32 von jovelstefan

Unlängst flog ich mal wieder nach München (und zurück). Sowohl in Hamburg als auch in München musste ich mit meiner Kollegin natürlich durch die obligatorische Sicherheitskontrolle. Meine Kollegin hat eine Knieverletzung und trägt derzeit eine Schiene, die ihr Knie stabilisieren soll und in der metallische Verstärkungen eingearbeitet sind. Logischerweise piepste dann auch der Metalldetektor ordentlich rum und eine Sonderbehandlung durch das Sicherheitspersonal wurde fällig.

So weit, so gut. Was mich wirklich verwunderte war, dass meine Kollegin einfach nur meinte, dass sie eine Knieverletzung hat und eine Schiene trägt. Und das war’s dann. Kein Abtasten, kein Nachgucken, nüscht. Find ich komisch. Seine Apfelschorle muss man wegkippen, aber mit Messern unter dem Knieverband braucht man sich keine Gedanken machen.

Das soll jetzt alles sein, könnte der geneigte Leser jetzt fragen. Natürlich nicht. Zu Hause angekommen, packte ich meine Manteltaschen aus und fand zwischen Taschentüchern und Zigaretten eine Nagelschere. Ja, eine Nagelschere. Liebe Flughafenkontrollvögel. Wenn ihr schon so’n Halligalli macht und ich jedes Mal meinen Gürtel, meinen Hut und meine Perücke ablegen muss, dann schaut doch wenigstens auch richtig nach. Sonst hat das keinen Sinn. Da könntet ihr auch genauso gut dieses Drehkreuz einbauen, das in einer Kletterhalle unweit von Hamburg in der Gegend rumsteht und ähnlich effizient für Sicherheit sorgt:

Drehkreuz 1Drehkreuz 2



2 Kommentare

  1. Langstrumpf | 18.01.2008 10:29

    Etwas undurchsichtig. Nimmt man eine 250ml Shampooflasche mit, die schon fast verbraucht nur noch den unteren Boden dieser bedeckt, darf sie nicht an Bord genommen, sondern muss entsorgt werden. Vielleicht haben die Hersteller von Reisepackungen da bei den Sicherheitsregelungen mitgemischt…?

    Ich liebe dieses Foto!

  2. Vielflieger | 25.06.2008 14:22

    Genervt von der Sicherheitskontrolle am Flughafen? Frustriert von der Tatsache, daß ein paar schnell umgeschulte Langzeitarbeitslose am Fraport uns das Weltterroristentum vom Hals halten sollen? Immer noch keine befriedigende Antwort von den Herren am Metalldetektor bekommen, warum noch kein ICE von der Lahntalbrücke gesegelt oder ein LKW voller Sprengstoff eine Ostseefähre versenkt hat – wo die doch gar keine Sicherheitskontrollen machen?

    Und warum in Hahn den Gürtel ausziehen (diese Messerfotos kennen wir ja) und in Frankfurt die Schuhe? Was wenn der Schuhbomber nun Ryanair fliegt?

    Was ist mit den vielen Milliarden Euro, die uns EU-Bürgern in Kosmetik & Softdrinks weggenommen und vernichtet werden? Das ist ein realer Wohlstandsverlust – und alles nur, weil die Flughäfen gerne Geld für bessere Röntgengeräte sparen möchten?

    Es wird Zeit für den mündigen und freiheitsliebenden Bürger, zurück zu schlagen. Der mündige Bürger reist ab sofort immer mit einer Wasserflasche im Gepäck. Der Laptop wird erst nach Aufforderung ausgepackt. Bei Fragen vom Security-Personal tut man erst mal schwerhörig.
    Jacke – in die erste Plastikschale. Den Laptop in die 2. – nach Aufforderung. Dann die Laptoptasche. Oh, Geldbeutel und Schlüssel vergessen – piep – die kommen in die 3. Plastikschale. Da kommt ja auch schon die Laptoptasche wieder, wegen der Wasserflasche. Piep. Oh, der Gürtel. Na klar (mecker, mecker beim Personal). Der Gürtel landet in der 4. Plastikschale. Weil der hoch gebildete und stets freundliche Security-Mann des Bürgers Gegenrede gar nicht leiden kann, sind nun auch die Schuhe noch dran. OK, aber grundsätzlich landen die in der 5. Plastikschale. Piept noch immer? Ach je, die Armbanduhr. Oder die Brille? Fazit: 6 Schalen & eine Laptoptasche. Das Ausgangsband hinter der Maschine ist voll. Der mündige Bürger zieht am Band in aller Ruhe minutenlang seine Sachen wieder an, prüft den Laptop, packt ihn ein und vergisst nicht, den Security-Hilfsarbeiter artig zum Abschied zu grüßen, während dieser von ca. 200 Leuten vor dem Metalldetektor ob der Verzögerung mit Blicken getötet wird.

    Wie viele solcher mündiger Bürger braucht es eigentlich, um einen Flieger verspätet abheben zu lassen? Um die Security-Performance von Terminal A zu ruinieren? Würde der Security-Wahn weiterhin auf der Tagesordnung stehen, wenn Flugzeuge ständig Gebühren für Verspätungen zahlen müssten?

    Ach so, wir brauchen doch Sicherheit. Ja, wohl wahr. Der Bundesgrenzschutz hat mir noch keine befriedigende Antwort darauf gegeben, wie die aktuelle Sicherheitskontrolle verhindern würde, daß ein Terrorist mit mindestens 12 Stunden McGypher-Fernsehkonsum nicht doch einen kapitalen Flammenwerfer oder Schneidbrenner aus Duty-Free-Rum, Silikonschlauch, Stahl-Kugelschreiber, einem Platinschmuckstück als Zünder und der medizinischen Sauerstoff-Gasflasche an Bord des Flugzeugs basteln würde. Oder der klassische 80er-Jahre-Drogenschmuggler-Film. Plastiksprengstoff in Kondomen verschluckt. Abführmittel als Aspirin gefälscht. Kommt doch dauernd vor, das mit den Kondomen und dem Kokain.

    Aber der Profiterrorist lacht sich vermutlich ins Fäustchen über die vergeudete Lebenszeit und verlorenen Wohlstand und vergeudete Lebensfreude des Westens… und kauft schon mal Dünger für die Ostseefähre seiner Wahl.

    Guten Flug in die Ferien! Und denken Sie dran: Immer nur einen Gegenstand pro Plastikschale – und nur nach Aufforderung, so lange bis der Schichtleiter der Sicherheitskontrolle weint. Und dann sagen Sie ihm: „Sie müssen doch nicht in der Flugbranche arbeiten. Sie könnten doch auch die Bahn wählen.“