Zeitschrift – jovelblog

Mit ‘Zeitschrift’ getaggte Beiträge

Twitter ist Kommunikation

15.03.2009, 18:59 von jovelstefan | 3 Kommentare

Harald Martenstein hat sich mit Twitter beschäftigt. Auseinandergesetzt aber wohl nicht so richtig. Ich kann das, was er schreibt, durchaus nachvollziehen. Wenn man nur einen Blick auf Twitter wirft und sich nicht längerfristig damit befasst, dann ist der von ihm geschilderte Eindruck nur logisch. Aber es ist eben nur der erste Eindruck. Ich möchte auch gar nicht im Detail auf seinen Artikel eingehen, das haben Sascha Lobo, Thomas Knüwer und viele andere schon ausführlich getan. Ich nehme den Artikel aber zum Anlass, meine Sicht auf Twitter zu vertexten.

Grundsätzlich ist es falsch, Twitter (oder auch sämtliche anderen Microblogging-Dienste) in eine Schublade zu stecken. Twitter hat nicht einen Zweck. Twitter hat nicht einen Anwendungsfall. Twitter ist eine Infrastruktur, eine technische Plattform. Was Twitter kann, was Twitter ist, wozu Twitter gut ist, das bestimmen die Twitternutzer ganz alleine.

Häufigstes Argument gegen Twitter: 99,999% der Tweets sind irrelevant. Korrekt. Relevanz ist gänzlich subjektiv. Ob etwas für mich als einzelnen relevant ist, bestimme ich selbst. Und natürlich ist fast alles auf Twitter für mich uninteressant, nicht relevant. Leider weiß man oft erst nach dem Konsum, ob etwas relevant ist, oder nicht. Aber diese Klassifizierung definiert das zukünftige Verhalten, ob ich den Twitterer weiterhin lese oder nicht. Und damit filtere ich zukünftig auf Relevanz.

Das ist das gleiche mit Blogs. Ich lese nur die Blogs regelmäßig, die mir Input liefern, der für mich einen Mehrwert bringt. Ist das nicht so, lese ich sie zukünftig nicht.

Das ist das gleiche mit Webseiten. Ich schaue mir nur Webseiten regelmäßig an, die mir Input liefern, der für mich einen Mehrwert bringt. Ist das nicht so, schaue ich sie zukünftig nicht an.

Das ist das gleiche mit Fernsehsendungen. Ich schaue mir nur Fernsehsendungen regelmäßig an, die mir Input liefern, der für mich einen Mehrwert bringt. Ist das nicht so, schaue ich sie zukünftig nicht an.

Das ist das gleiche mit Zeitungen und Zeitschriften. Ich kaufe mir nur solche regelmäßig, die mir Input liefern, der für mich einen Mehrwert bringt. Ist das nicht so, kaufe ich sie zukünftig nicht.

Das ist das gleiche mit Gesprächen. Ich spreche nur regelmäßig mit Leuten, die mir Input liefern, der für mich einen Mehrwert bringt. Ist das nicht so, rede ich zukünftig nicht mit ihnen (soweit das geht…).

Dasselbe Prinzip, über alle Kommunikationskanäle. Jeder setzt sich selbst einen Filter für das was er an Kommunikation und Information an sich heranlässt. Dieser Filter wird immer wieder neu justiert. Irrelevantes wird aufgenommen, als solches qualifiziert und zukünftig möglichst ausgefiltert. Relevantes wird aufgenommen, als solches qualifiziert und zukünftig aktiv abgerufen. So funktioniert Kommunikation und so funktioniert Twitter. Und deswegen funktioniert Twitter, denn Twitter ist Kommunikation.

Ob man es nun als öffentlichen Chat verwendet, als unidirektionales Medium, um interessante Links und Informationen in die Welt zu jagen, als “Was mache ich gerade?”-Tool für seinen Freundeskreis oder einfach nur, um lustige/ernsthafte/poetische/kritische Gedanken zu publizieren, ist jedem selbst überlassen. Wowereit.

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Wie nötig haben es Verlage?

10.02.2007, 15:11 von jovelstefan | Keine Kommentare

Wie weit gehen Verlage, um neue Abonnenten zu “gewinnen”? Hier ein aktuelles Beispiel. Folgende Rundmail ging an den Verteiler meines Münsteraner Sportvereins Wacker Mecklenbeck:

Liebe Wackeraner,

am Montag, 5. Februar 2007 klingelten Zeitschriften-Abonnementverkäufer an Mecklenbecks Haustüren und warben mit dem Hinweis für den Abschluss von Abonnements, sie sammelten für Trikots für Wackers Fußballjugend. Dahinter steht eine Agentur, deren Verkaufsziel mit dem nicht unbedingt unseriösen Ansatz argumentativ unterstützt wird, dass Wacker für jedes Abo einen Punkt bekommt und bei Erreichen einer Punktzahl X Preise in Aussicht stehen, darunter Trikots oder Bälle – durchaus Markenware. Nach eigener Aussage funktioniert das Verfahren in verschiedenen Gemeinden sehr gut, die Abschließenden würden nach Unterschrift telefonisch und schriftlich kontaktiert und die Abos liefen nach 2 Jahren automatisch aus. So wäre es in der Theorie gewesen, so läuft die Aktion parallel in Albachten und angeblich auch anderswo – in Mecklenbeck jedenfalls ohne die Autorisierung durch Vereins- oder Abteilungsvorstand. Der Grund:

Leider klafften, so eine nicht unerhebliche Zahl von Nachfragen in der Wackler-Geschäftsstelle, zwischen Theorie und Praxis – insbesondere im Bereich Rote Erde / Dill – erhebliche Lücken. Uns wurde zugetragen, dass die Argumentationskette der Werbenden durchaus von hinten aufgezäumt wird. Statt beim Vertrieb von Magazinen auf den Zusatzeffekt pro Verein hinzuweisen geht es eher anders herum: Mit dem Hinweis “Wir sammeln für die Wackerjugend” werden Abos auf Basis Tränendrüse angeboten. Auch das wäre inakzeptabel.

So oder so: Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass diese Aktion weder in Theorie noch Praxis mit dem Verein DJK Wacker Mecklenbeck oder seiner FB-Abteilung autorisiert abgestimmt ist und die Personen nicht im Auftrag des Vereins handeln. Das betreffende Unternehmen hat diese Aktion in Mecklenbeck umgehend abgebrochen. Diejenigen, die bereits unterschrieben hatten, weisen wir darauf hin, dass Haustürgeschäfte bis 10 Tage nach Unterschrift widerrufbar sind. Bitte tragt dies auch in die Mitgliedschaft.

Bei Fragen wenden Sie sich an die Wacker-Geschäftsstelle: Tel.: [xxx].
Wir entschuldigen uns für die entstandene Verwirrung und danken den Freunden und Mitgliedern, die uns auf diese Aktion aufmerksam gemacht haben.

Einen entsprechenden Hinweis haben wir auf www.wacker-djk.de platziert.

Mit freundlichen Grüßen

DJK Wacker Mecklenbeck 1956 e.V.

Sind die Verlage inzwischen so verzweifelt, dass sie solche Methoden benötigen? Oder war das nur ein (vielleicht schweigend geduldeter) Alleingang der betreffenden Agentur, um die Provisionen einzustreichen? Habt ihr schon einmal ähnliche Fälle erlebt? Ich habe die Geschichte nicht aus der Nähe erlebt, sondern nur durch die E-Mail davon erfahren, aber mich würde interessieren, ob ein solches Vorgehen inzwischen zum Standard gehört.

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Verletzte Eitelkeiten

08.02.2007, 20:51 von jovelstefan | Keine Kommentare

Anscheinend ist gestern eine dufte neue Zeitschrift erschienen: Vanity Fair soll so etwas sein, wie ein Magazin zu allem, oder so. Ein “General-Interest-Magazin” für eine Elite, die nicht genau definiert ist (sagt der Chefe in der FAZ). Sowas wie eine Mischung aus Gala und manager-magazin vielleicht? Ich hab’s nicht verstanden. Andere auch nicht:

Ob wir wirklich immer die Magazine bekommen, die wir verdienen? Ich hoffe nicht.

Schlußendlich bleibt das Bild eines großen Trauerspiels. Zu einem Abverkaufspreis von 1 Euro will Condé Nast mit Till Schweiger die neue Elite des neuen Deutschland erreichen. Viel Erfolg dabei!

sagt Mark Pohlmann im Themenblog. Die Till Schweiger-Anmerkung bezieht sich hier auf (mehr …)

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